Die Matcha-Knappheit dauert bereits seit einiger Zeit an, und nun haben wir erfahren, dass einer unserer Lieferanten, Keiko (Shimodozono International GmbH), ein renommiertes Teeunternehmen, das seinen eigenen Matcha in Steinmühlen in Deutschland mahlt, die Verkaufsmenge begrenzt und gleichzeitig die Preise erhöht.
Die Fabrik, die unsere hauseigene Uji-Zeremonial-Matcha-Tees herstellt, verfügt über rund 100 traditionelle Steinmühlen und kann uns derzeit noch ausreichend beliefern. Ob wir die steigende Nachfrage angesichts der anhaltenden Matcha-Knappheit weiterhin bedienen können, hängt jedoch vom Kaufverhalten der Kunden ab.
Die perfekte Sturm: Gründe für die Matcha-Knappheit
Die aktuelle Matcha-Knappheit ist das Ergebnis mehrerer Faktoren:
- Steigende globale Nachfrage: Dank der gut dokumentierten gesundheitlichen Vorteile ist die Beliebtheit von Matcha weltweit stark gestiegen. Soziale Medien wie Instagram haben das Bewusstsein für Matcha erhöht, was zu einer erheblichen Nachfrage und somit zur Matcha-Knappheit geführt hat.
- Hamsterkäufe: Die Angst vor einer Verknappung hat viele Verbraucher dazu veranlasst, große Mengen an Matcha zu kaufen, oft über ihren tatsächlichen Bedarf hinaus. Dies hat die Lagerbestände weiter reduziert und die Lieferprobleme verschärft.
- Begrenzte Produktionskapazitäten: Die Herstellung von zeremoniellen Matcha ist aufwendig. Traditionelle Steinmühlen, die Teeblätter (Tencha) zu feinem Pulver mahlen, produzieren nur etwa 40 g Matcha pro Stunde. Andere Mahlverfahren können nicht die gleiche feine, glatte Textur liefern, die für hochwertigen zeremoniellen Matcha erforderlich ist.
- Umweltprobleme: Klimawandel und unvorhersehbare Wetterbedingungen haben die Teeanbaugebiete in Japan negativ beeinflusst. Extreme Wetterereignisse haben zu geringeren Erträgen geführt und die Matcha-Versorgung weiter eingeschränkt.
Auswirkungen der Matcha-Knappheit in Deutschland
Deutsche Großhändler und Tee-Händler stehen durch die Matcha-Knappheit vor erheblichen Herausforderungen:
- Lieferengpässe: Hochwertiger Matcha für den Export aus Japan ist zunehmend schwer zu beschaffen. Selbst Touristen in Japan dürfen oft nur eine Packung Matcha pro Geschäft kaufen.
- Steigende Preise: Die Matcha-Knappheit hat die Großhandelspreise in die Höhe getrieben. Einzelhändler müssen entweder die zusätzlichen Kosten tragen oder diese an die Verbraucher weitergeben, was sich auf den Umsatz und die Kundentreue auswirken kann.
- Alternative Quellen: Um die Auswirkungen der Matcha-Knappheit zu mildern, suchen wir nach Alternativen. Besonders interessiert uns koreanischer Matcha, der geschmacklich dem japanischen Matcha ähnelt und nach ebenso strengen Qualitätsstandards hergestellt wird.
Zukunft der Matcha-Versorgung
Das japanische Landwirtschaftsministerium fördert die Erhöhung der Tencha-Produktion und ermutigt Teebauern, sich verstärkt auf Matcha zu konzentrieren, indem Subventionen angeboten werden. Keiko erwartet, dass sich die Lage nach der Ernte 2025 verbessert. Die Verfügbarkeit und Qualität von Tencha und Matcha hängen jedoch vom Erfolg der neuen Ernte ab. Auch wenn Keiko hofft, die neue Ernte bis September zu erhalten, benötigt der Tee noch Zeit zur Reifung, bevor er gemahlen und konsumiert werden kann.
Unser Empfehlung
Für diejenigen, die während der Matcha-Knappheit Schwierigkeiten haben, hochwertigen japanischen Matcha zu finden, empfehlen wir, koreanischen Matcha in Bio-Qualität zu probieren, der einen vergleichbaren Geschmack und eine vergleichbare Produktionsqualität bietet. Für ein ähnliches Geschmacksprofil empfehlen wir außerdem, schattierte Grüntees wie Gyokuro oder Kabusecha zu probieren, die einige der reichhaltigen Umami-Aromen und die leuchtend grüne Farbe des Matcha aufweisen. Andere japanische Tees mit losen Blättern, insbesondere Sencha, sind eine wunderbare Alternative zu Matcha und bieten ähnliche gesundheitliche Vorteile.